Wen hätte ich als OB nach Marburg eingeladen?

Um ein paar Fotos zu machen, war ich letzten Freitag auf der Marburger fridays-for-future-Demo.
Ich habe rumgefragt, ob Greta schon zugesagt hat, nach Marburg zu kommen, um der Stadtpolitik „eine enorme Hilfe zu sein“, wie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ihr in seiner Einladung geschrieben hatte.
Es wußte aber niemand was.
Überhaupt wußten die Menschen sehr wenig.
Deshalb habe ich ihnen erzählt, daß ich Greta wieder ausgeladen habe, und zwar damit sie in „internationaler Solidarität“ mit meiner aus meinem Land ausgesperrten friedlichen ausländischen Verlobten wegbleibt. Bis auch mein Schatz mich in Marburg besuchen darf.
Denn Greta Thunberg dürfte jederzeit auch ohne Einladung der Politik nach Marburg reisen, als Schwedin braucht sie kein Visum.

Dann wurde ich von sehr verschiedenen Seiten gefragt, ob ich denn nicht mal wieder als Bürgermeister in Marburg kandidieren wolle. Naheliegend wäre, das als Scherz aufzufassen, war aber ernst gemeint. Offenbar sind unterschiedliche politische Richtungen daran interessiert, daß ich Unruhe in den nächsten Wahlkampf bringe, weil ich bohrende Fragen auf den Wahlkampfpodien stellen kann. Man kann sich offenbar meine Kandidatur wünschen, ohne mir dann auch die Stimme zu geben . . . Obwohl ich bei der zurückliegenden Oberbürgermeisterwahl nur 2 Stimmen bekommen habe, habe ich einige der anderen Kandidaten ganz schön ins Rotieren gebracht.
Man hat mir am Freitag dann versucht, eine Kandidatur damit schmackhaft zu machen, daß ich dann ja wieder den Skandal zur Sprache bringen kann, daß meine friedliche ausländische Verlobte mich in meinem Land nicht besuchen darf, während z.B. der LKW-Attentäter ein- und ausreisen konnte wie er wollte. „Damit kommt Deine Freundin mit dem Visaproblem wieder in die Presse“.
Und dann wurde ich gefragt, wen ICH denn als Oberbürgermeister nach Marburg eingeladen hätte. Der Fragesteller hatte sich mutmaßlich vorgestellt, ich antworte „Natürlich meinen Schatz“. Das wäre natürlich nicht nötig, denn als Verlobte des Oberbürgermeisters würde meine First Lady sofort ein Dauervisum bekommen, nicht nur ein Besuchsvisum.

Meine Antwort war also:
„Ich hätte Asia Bibi eingeladen. Die durfte immer noch nicht aus Pakistan ausreisen, immer noch demonstrieren dort Leute für ihren Tod, eine offizielle Einladung kann ihr Leben retten.“

Dafür habe ich einen bösen Blick eines Zuhörers von der Demo geerntet, das sei ja „provozierend“.

Die Stadt sagt aber sonst gerne: „Marburg versteht sich als Ort der Zuflucht, auch und gerade für geflüchtete Menschen“. 
Es KANN aber nicht Jede flüchten. Die lassen die mit dem Tod Bedrohte in Pakistan nicht einmal in ein Flugzeug steigen. Der einzige Weg raus wäre: ihr die deutsche Staatsbürgerschaft verleihen, sie in der Deutschen Botschaft anstellen, und dann unter diplomatischem Schutz mit Heiko Maas‘ 300.000,-Euro-Flieger abholen, mit dem man ihn aus Mali zurückgeholt hat. Der OB ist in der SPD, Ex-Außenminister Steinmeier ist auch in der SPD, und der neue Außenminister ist auch in der SPD, die sollten das doch hinkriegen.

Für die nicht Informierten: Asia Bibi wurde zum Tode verurteilt, weil sie als Katholikin ihren friedlichen Mitbürgerinnen bei der Feldarbeit Wasser angeboten hat, aus ihrem einzigen Trinkgefäß, aus dem sie auch selber getrunken hat.






Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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