Kein Obdachloser ist illegal

Die Oberhessische Presse schrieb heute in der Druck-Ausgabe auf Seite 24 unter der Überschrift „Menschenverachtung an Weihnachten“ über den in Berlin von mutmaßlichen jungen Leuten angezündeten Obdachlosen im finalen Absatz:
„Vermutlich schlafen in Berlin in der kommenden Nacht 6000 obdachlose Menschen im Freien, nicht freiwillig“.
Und wieviele sind es in Hessen?

Schuldzuweisung: hätte der Obdachlose nicht Draußen schlafen müssen, wäre er mutmaßlich auch nicht angezündet worden .

Ich habe mit eigenen Ohren gehört, wie der zum Oberbürgermeister von Marburg gewählte Dr. Spies (SPD) im OB-Wahlkampf zu einer Frau sagte: „Und dann hab ich ihm gesagt, wenn Sie mich nicht wählen, kann ich auch nichts für sie tun“.
Da hat er nicht über mich gesprochen, denn mir hat er im OB-Wahlkampf bei einigen Podiumsdiskussionen immer beifallheischend erzählt, er wolle „sich einsetzen“.

Obdachlose wählen zu 99,99 % nicht. Das geht ja ohne Wohnsitz nicht!
Deshalb will für Obdachlose auch keine Partei etwas tun.

Das will ich nicht mehr tolerieren!
Ich fordere, daß meine Partei (ich bin natürlich in die APPD Hessen eingetreten, da die mich im Bürgermeisterwahlkampf unterstützt)
sich dieses Thema beim nächsten Parteitag auf die Fahne schreibt:
Obdach für Obdachlose. JETZT!
Kein Obdachloser ist illegal!

Konkret z.B. in Marburg kann das so aussehen:
1. Vom „Lager“ in Cappel wird der Zaun entfernt.
2. Die Wohnunterkünfte werden für Obdachlose geöffnet.
Für Diejenigen, die sonst nicht zurecht kommen, als „Betreutes Wohnen“.
3. Die Versorgung der neuen Bewohner mit Heizung und Mahlzeiten wird sofort wieder aufgenommen.
4. Das abgebaute Sanitätszelt für Erstuntersuchungen wird wieder dort hin gestellt.
5. „Betreuer“ werden nicht ehrenamtlich ausgenutzt, sondern die mitregierende SPD soll gefälligst voll bezahlte Stellen schaffen. Andernfalls braucht man die SPD nämlich nicht!
Zweifellos wird der OB-Kandidat der CDU, Dirk Bamberger, dem im Marburger Stadtparlament zustimmen, genauso wie Jan Schalauske von der LINKE. Oder? Oder?
Was sagt Dr. Elke Neuwohner von den Grünen?
Dr. Thomas Spies hat ja bei Schließung des Lagers in Cappel bereits in ähnlichem Zusammenhang gesagt: „Ein reiches Land muß so nicht mit Menschen umgehen“.
6. Leerstehende staatliche Gebäude wie Kasernen sind ebenfalls zur Verfügung zu stellen.

Diese Forderungen sind völlig selbstverständlich, ich will nicht verstehen,  daß die nicht seit Jahrzehnten bereits „freiwillig“ von  der Politik erfüllt wurden. Ich habe das in den vergangenen Jahren immer wieder  angeregt, immer wurde bloß genervt abgewunken.

Wenn die Politik nicht will, müssen anständige Menschen sie dazu zwingen!

Sorry, daß ich das hier auf einer normalerweise der Satire und der Kunst vorbehaltenen Seite schreibe, aber ich tue nur meine Pflicht als Staatsbürger, und hier erreiche ich halt mehr Leser.

Politik ist Scheiße, das muß aber nicht so bleiben, wir können es ändern:
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Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
Dieser Beitrag wurde unter APPD, Katastrophen, Marburger Frühling, Politik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Kein Obdachloser ist illegal

  1. saejerlaenner schreibt:

    Jetzt steht dein Obdachlosenbeitrag schon so lange auf deiner Seite und bisher hat niemand was dazu schreiben wollen; lieber wirft man sich an anderer Stelle in diesem Blog gegenseitig Belanglosigkeiten an den Kopf. Gewissermaßen ist das symptomatisch: Obdachlose haben halt keine Lobby. Zwar empört sich die Öffentlichkeit, wenn jemand sie anzünden will oder sonstwie brutal überfällt, ansonsten aber gilt: Sie können tun, was sie wollen, und es sich ergehen lassen, wie sie wollen, Hauptsache sie sind dabei weit genug weg.
    (Nebenbei, selbst wenn die restlichen 99,99 % ihr Wahlgewohnheiten ändern täten, bräuchtest du trotzdem noch viele weitere Stimmen zu deiner erfolgreichen Bürgermeisterwahl 😉 )
    Natürlich wäre es nur fair, Obdachlosen, genauso wie Flüchtlingen und „Flüchtlingen“, Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Aber: Die meisten Obdachlosen wollen nach Möglichkeit in keine Sammelunterkünfte. Weil sie nämlich, trotz allem, auf der Straße sicherer sind.

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    • Hessenhenker schreibt:

      Sammelunterkünfte schlage ich auch nicht vor.
      Einzimmer-Unterkünfte müssen es schon sein.
      Denn daß viele Obdachlose aufgrund von Traumata nicht unbedingt mehr zum gemeinschaftlichen Wohnen geeignet sind, ist ja klar.
      Manche schlafen deshalb sogar lieber im Schlafsack im Wald.
      Wenn denen nicht geholfen werden kann, sagt keine Merkel „dann ist das nicht mehr mein Land“.
      Ich sag das aber bald.
      Einmal noch versuche ich es im Guten.

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    • Hessenhenker schreibt:

      Mit meiner Teilnahme an der Bürgermeisterwahl hat das Nichts zu tun.
      Da „stört“ das eher.
      Ich weiß, viele Obdachlose sind schwierig.
      Wären sie nicht schwierig, wären sie vielleicht nicht in diese Lage gekommen.
      Es sind unsere Mitbürger, die Pech gehabt haben, und alle die weniger Pech gehabt haben,
      haben doch wenigstens die Pflicht, den Staat zur Hilfe für eine neue Chance für diese Menschen anzuhalten.
      Ich will das gar nicht mit dem Geld aufrechnen, das für Flüchtlinge ausgegeben wird.
      Ich stelle das aber dem Geld gegenüber, das die Parteien für irgendeinen Scheiß verjubeln.

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    • Hessenhenker schreibt:

      Danke, daß Du der Erste warst, der einen Kommentar dazu geschrieben hat.

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