Liebe Reichspogromnachtbürger!

Nicht, daß ihr denkt, ich habe das Datum vergessen.

Platzhalter, hier kommt nachher der Text hinein.
Meinetwegen kann man mir auch vorher schon in den Kommentarbereich kotzen.
Der frühe Kommentator fängt den Wurm!

In Marburg gab es wie offenbar in allen deutschen Städten eine Synagoge.
Anläßlich der rein zufällig überall stattgefundenen und damals liebevoll so bezeichneten „Reichskristallnacht“ verschwand die Synagoge und hinterließ eine Baulücke.
Heute ist die Lücke mitten in der Universitätsstrasse geschmackvoll mit mahnendem Beton ausgegossen, damit niemand mehr leere Bierflaschen über den Maschendrahtzaun wirft. Das freut besonders die ihre Trittin-Rente aufbessernden Flaschensammler.

Einmal im Jahr erscheinen hier ehrenwerte Politiker in Anzügen und legen einen Blumenstrauß oder einen Kranz hin.

Niemals im Jahr druckt irgendeine Zeitung irgendeinen Leitartikel vom Tag der Machtergreifung nach.  Man will ja damit nicht die weltoffene Stadt irritieren.
Der Oberbürgermeister hat gegen die Schließung des landeseigenen Flüchtlingslagers protestiert und weitere Flüchtlinge angefordert.

Von manchen, denen die Flucht nicht gelungen ist, künden nur noch in Bürgersteige und Fußgängerzonen eingelassene Messingsteine, die weltoffenen Marburger treten drauf.

Offenes P.S. an Gerd Buurmann:
Skandal! Hat Tapfer im Nirgendwo etwa vor lauter Schreck über den Wahlsieg von Donald Trump den 9. November vergessen?

Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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21 Antworten zu Liebe Reichspogromnachtbürger!

  1. alphachamber schreibt:

    Sie meinen sicher die Bartholomäusnacht – als der Antihugenottismus wütete. Wir Hugenotten warten immer noch auf Wiedergutmachung, oder wenigstensd ein paar Steinchen, über welche die gleichgültige Masse stolpern kann…non vestibulum non privilegia 😀

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    • Hessenhenker schreibt:

      Solcherart Ansprüche sind an den Erbfeind Frankreich zu richten.
      Frankreich ist Sitz der AXA, da ist zu befürchten, die zahlen wieder nix.

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      • alphachamber schreibt:

        Nun, wenigstens bekamen wir eine ergreifende Ballade gewidmet:
        http://www.handmann.phantasus.de/g_fuesseimfeuer.html

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        • Hessenhenker schreibt:

          Typisch, ich hab natürlich wieder keine Ballade gekriegt.

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        • Aristobulus schreibt:

          So’n penetrant kitschseliges, eitles, selbstverliebtes, goldbefirnisstes Geschwaller hat der Konrad Ferdinand Meyer verbrochen? Hui. Das wusst‘ ich gar nicht. Hatte ihn für einen bloßen Biedermann gehalten, dem eben mal die Bartolomäusnacht und die Hugenotten und Edelfräuleins und sowas einfallen, wenn ihm seine eigene verkniffene Biedermännischkeit zuviel wird.
          Aber man lernt ja im Gegensatz zu solchen ja nie aus.

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          • Hessenhenker schreibt:

            Wenn ich dereinst Bergführer anstelle des Bergführers geworden bin,
            muß natürlich auch ein Sänger meine Taten besingen,
            wie ich auf der Flucht vor Bartols Häschern durch die reißende Lahn geschwommen bin,
            oder war es der Tigris oder der Panamakanal, und dann mit den 40 Räubern die feste Akaba gestürmt, den Schut gefangen, die böse Hexe des Ostens vertrieben und die nackte Kaiserrin blamiert habe.
            Unbekannter SPD-Funktionär: „Wenn der Hessenhenker Bergführer wird, will ich Meyer heißen!“

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            • Wolke86 schreibt:

              Zwei Bergsteiger, lngo und Konrad aus Stuttgart, kommen im Laufe einer Bergtour an einer Gletscherspalte vorbei. Sagt lngo zu seinem Bergkameraden: „In diese Gletscherspalte ist letztes Jahr mein Bergführer gefallen.“
              Sagt Konrad: „Und hat dich das nicht ziemlich mitgenommen?“
              Darauf lngo: „Nein, er war sowieso schon ziemlich alt, und außerdem haben schon einige Seiten gefehlt!“

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            • Hessenhenker schreibt:

              Dieser Kommentar hat mich jetzt sozialethisch ein klein wenig desorientiert. „Fehlende Seiten“ zu erwähnen erinnert mich an die „Entwertung“ meiner letzten Bücher in der Gisselbergerstrasse 10, also im „Judenhaus an der Lahn“.
              „Entwertung“, weil da eine Straßenbahnschaffnertype aus ALLEM demonstrativ Seiten herausgerissen hat, sogar aus dem zufällig herumliegenden Koran. Offenbar hat die Schalterbeamtenseele keine Knipszange gehabt, um auf die fahrkartenübliche Art und Weise zu „entwerten“.
              Und jetzt erinnert es mich auch noch daran, daß ich da ja dran weiterschreiben wollte, am Tatsachenroman „Das Judenhaus an der Lahn“.
              Ich bin so müde.

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            • Aristobulus schreibt:

              … also dazu muss ich was sagen, und zwar dieses, das wie ein verdammter Ratschlag klingt, aber isser nicht!, nämlich, dass man das schreiben muss, wenn man es schreiben muss, und dass man’s fertigschreiben muss.
              Weil man danach zwar müd ist, aber verdammt anders müd als noch mit dem sich drehenden und ungemachten Ding im Hinterkopf.
              So, ist gesagt.
              Mehr weiß ich nicht

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            • Hessenhenker schreibt:

              „… also dazu muss ich was sagen, und zwar dieses, das wie ein verdammter Ratschlag klingt, aber isser nicht!, nämlich, dass man das schreiben muss, wenn man es schreiben muss, und dass man’s fertigschreiben muss.
              Weil man danach zwar müd ist, aber verdammt anders müd als noch mit dem sich drehenden und ungemachten Ding im Hinterkopf.
              So, ist gesagt.
              Mehr weiß ich nicht“

              Ich weiß.

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            • Aristobulus schreibt:

              P.S.
              Wenn ich Dir da was helfen kann, irgendwas, lass es mich wissen 🙂

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            • Hessenhenker schreibt:

              Laß uns doch ein Theaterstück daraus machen . . .
              Das Stadttheater liegt grad schräg gegenüber vom „Judenhaus an der Lahn“, in die andere Richtung schräg lag das „Wirtshaus an der Lahn“.

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            • Aristobulus schreibt:

              … Arbeitstitel (nu, merkwürdiges Wort, aber auch Titel arbeiten) Das Judenwirtshaus an der Lahn, oder: Was flambieren wir heute?
              Im Stück geht’s um das Flambieren des Judenhauses, weil drin der andorranische Jud‘ wohnt, der für sich zwar keiner ist, aber für die SPD schon. Die Wirtin, die jeden Gast fragt, „bist doch ä Judd?!“, flambiert es, weil sie wirrerweise die Adresse velwechsert hat, indem sie die SPD und einen 68er Professor meint, der dauernd im Rathaus davon singt, er sei noch immer unbefriedischt – und weiter bin ich grad noch nicht 🙂

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            • Hessenhenker schreibt:

              Das vermengt jetzt zwar noch ein paar andere lehrreiche Begebenheiten an anderen Örtlichkeiten mit dem Haus an der Lahn, aber wenn es denn der Theaterwissenschaft dient, soll es mir recht sein.
              „Der Antisemit schafft das Recht“ wäre frei nach Carl Schmitt auch ein schöner Titel.
              Ich melde hiermit gleich mal Titelschutz an!

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            • Aristobulus schreibt:

              … da im Theaterwissenschaftsstück muss der Satz voekommen: „Der Antisemit schafft das Recht!, weil der Jud‘ der wahre Antisemit ist!, der den Antisemitismus bloß erfunden hat, um dann mit dem Unrecht sein Geld zu scheffeln!“
              Wer sagt den Satz: Nicht die Wirtin. Aber einer von der SPD, der prinzipiell nur Visa für Mohammedaner ausstellt, warum: Weil die das auch glauben, und er will ja wieder Bürgermeister werden.

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            • Hessenhenker schreibt:

              Da gibt es Sachzwänge, die erzwingen, daß es doch die Wirtin gesagt haben muß, weil der Bürgermeister ja Beziehungen hat, was das städtische Theater spielt,
              zumindest kennt er einen, der das entscheidet.
              Die Wirtin wird als das antisemitische Bauernopfer, indem wir sie sagen lassen, was sie gesagt hat,
              und es nicht der SPD unterschieben, die andere „Sachen“ gesagt hat. LOL

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            • Aristobulus schreibt:

              Und der heißt Meyer im Stück, so wie der Alphatschammer.

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            • aurorula a. schreibt:

              Ab diesem Beitrag:
              https://aurorula.wordpress.com/2014/11/22/erdnussbutterkekse/comment-page-1/#comment-383
              ist aus einer Szene die Ari schon geschrieben hatte und den Kommentaren zu einem Keksrezept ein richtig gutes Theaterstück entstanden, das Ari quasi live auf meinem Blog geschrieben hat ❤ 😀 . Ich habe die Kekse beigetragen.

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            • Aristobulus schreibt:

              Ah!, schankedön, liebe Aurorula. Das Stück muss ich wohl verdrängt haben, doch ja, es ist wohl eins.
              Ein Henker kommt auch drin vor.

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            • Hessenhenker schreibt:

              Jetzt isser feddisch.

              Gefällt 2 Personen

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