Nasengefühle

Wie meine ganz treuen Leser wissen, bin ich im falschen Körper geboren.
Und zwar im Körper eines Mitteleuropäers mit deutschem Paß.

Sobald ich in einen Spiegel gucken konnte, fiel mir auf, daß mit der Form meiner Augen etwas nicht stimmte. ich wußte instinktiv, richtige Menschen haben Mandelaugen.
Aber weil man nicht den ganzen Tag in den Spiegel guckt, störte mich DAS den  Rest des lieben langen Tages als Kind nicht.

Aber die Nase. Europäer haben Langnasen. Wie Pinoccio!
Langnasen war auch zur Kolonialzeit der Spitzname der Europäer in China und Japan.
Oder guckt Euch mal auf altägyptischen Berichten über die Invasion der Seevölker diese unglaublich Rüben- und Gurkennasen an, die da originalgetreu auf Zeichnungen von Gefangenen dargestellt wurden.
Mein Problem als Kind war: ich fühlte den langnasigen Nasenanteil, der nicht in mein vertrautes Gesicht vor der Reinkarnation gehört, lästig wie einen drangeklebten Fremdkörper im Gesicht. Alle Grimassen halfen nicht, die gefühlte Pappnase fiel nicht ab! Ja, es war sogar so, daß mein Gesichtsfeld dadurch beeinträchtigt wurde, ständig sah ich eine störende Nase in der Landschaft. Das ist unnatürlich, schließlich sieht man ja beim Geradeausgucken auch nicht die eigenen Lippen, nur als Beispiel. Es sei denn man solche Schlauchbootlippen wie diese nicht hilfreiche amerikanische Schauspielerin da. Aber ich will nicht über Schläuche meckern, wo ich mir eigentlich instinktiv an die (un)eigene Nase packen will.
Dadurch wurde das Tragen einer Brille zu einer Tortur, ähnlich der Wasserfolter.
Ein „parapsychologisches Ummodeln“ der Nase zu normalen Dimensionen half trotz aller magischen Talente und Meditation nicht. Sie wurde kaum kleiner.
Deswegen fühle ich mich sofort körperlich unwohl, sobald aus Gesprächspartnern plötzlich der unerklärliche Antisemitismus herausbricht wie das kleine Baby-Alien aus dem eben noch Spaghettifressenden Besatzungsmitglied der Nostromo, und das ganze Internet vollschreibt mit dem Wort „Nase“.
Da könnte ich aus meiner Nasenhaut fahren!

Ich finde es natürlich gut, daß irgendwelche Leute irgendwelche „Nasen“ haben.
Das bindet lästige Nasenkapazität woanders.
vitzli ist neuerdings empathisch geworden und verbittet sich das diskriminierende Erwähnen von „Nasen“ auf seinem Blog.
Zu Ehren des mittelamerikanischen Gottes vitzliputzli wurde übrigens den Feinden bei lebendigem Leib die Haut (inkl Nase) abgezogen, diese Haut zog sich ein Schamane an wie einen Taucheranzug und tanzte darin dem Gehäuteten beim Sterben noch etwas vor.

Das erinnert mich jetzt an die sterbende westeuropäische Kultur, die auch ihren Mördern  beim Tanzen zuschaut und dabei keine Zeit hat, meinem Schatz ein Besuchsvisum zu geben.
Fühlen sich eigentlich diese heutigen (nicht häutigen) SPD-Eunuchen wohl dabei?

Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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Eine Antwort zu Nasengefühle

  1. PACKistaner schreibt:

    Da machste voll Nase!

    Gefällt mir

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