18. Jahrestag gestern NICHT gefeiert

Gestern hatte ich 18. Jahrestag.
Ich schreibe erst heute darüber, denn ich feiere den Tag nicht.
Vor 18 Jahren fand der Brandanschlag auf meine erst nach dem Brand armseelige Hütte statt.
Und erst nachdem die AXA-Versicherung mich über die wahre Brandursache getäuscht und so mit einem sittenwidrigen Vergleich über den Tisch gezogen hatte, erfuhr ich daß KEIN „technischer Defekt“ in meinen Stromleitungen brandursächlich war, sondern das sogar 100 % auszuschließen war.
Wochen später nach Einstellung der Ermittlungen begann dann in der Nachbarschaft das nächtliche Selbstbezichtigungsgekreisch. Stundenlang wurde in allerhöchstem Diskant – bis mir vom Zuhören die Ohren wehtaten – beklagt, daß es nicht „richtig“ gebrannt und deshalb ein anderes Haus und dessen Inhalt nicht mit abgebrannt und garnicht entschädigt worden war. Das wurde gefolgt von antisemitischem Geschrei gegenüber einem in Marburg mit dem „Marburger Leuchtfeuer“ ausgezeichneten Professor, dessen Verdienst darin bestand, die Antipsychiatriebewegung gegründet zu haben.
Und VOR (danach glaub ich auch, ist ja nun einige Jahre her) dem Brand wurde mir ständig tagsüber der Name des Professors über meinen Briefschlitz geklebt. Jeden Abend wenn ich von der Arbeit kam, riß ich ihn wieder ab. Anfangs dachte ich, den gibt es gar nicht, wie konnte ich ahnen, daß der Herr eine etwas durchgedrehte freilaufende Stalkerin hatte?
Die antipsychiatrisch kreischende Person wurde erst von Polizei und Ärzten abgeholt, als sie einmal eine Nacht lang den „lieben Gott“ beschuldigte, schuld an allem zu sein.
So ist das eben in einem katholischen Dorf (ich sende hiermit einen lieben Gruß an den Bundestagsabgeordneten Stefan Heck von der CDU aus Mardorf!).
Dieses Unglück ist der Grund, weshalb meine Verlobte kein Besuchsvisum bekommt.
ICH bin das Problem, nicht sie.
Weil ich nach dem Brand nicht reich genug bin, durch Hinterlegung der Summe für die „Kosten der Abschiebung zu bürgen“, nur für den Fall, daß mein Schatz wie das Auswärtige Amt zu Unrecht befürchtet, nicht freiwillig wieder ausreist.
Aber hey: DAS ist die „weltoffene Stadt“, von der die Parteipolitiker immer faseln.

Aber vielleicht machen mich ja eine göttliche Fügung oder eine gute Fee oder die WählerInnen  in Marburg zum Oberbürgermeister.
Es wird dann nicht meine erste Amtshandlung sein, meiner Verlobten ein Besuchvisum zu beantragen, aber vielleicht gleich die zweite.
Kann ja nicht sein, daß die First Lady des Oberbürgermeisters nicht einmal zu Besuch einreisen darf!

Nachtrag: daß es tatsächlich einen Professor Schwendter gab, erfihr ich dann erst deutlich später, als mir die Staatsanwaltschaft freundlicherweise den Einblick in die Ermittlungsakte verschaffte. Da müßte ich jetzt erst herausfinden, in welchem Jahr das Gerichtsverfahren gegen mich stattfand (kein Witz), weil eine Versicherungsgesellschaft mich beschuldigt hatte, nicht unsterblich zu sein. (Das glauben Sie nicht? Ich mache nach der OB-Wahl, falls ich nicht gewählt werde, mal eine Satireveranstaltung in der Stadthalle. Dort lese ich dann nicht nur die Akte vor, sondern stelle auch das oben erwähnte Gekreisch nach. Weil meine Stimme das aber vielleicht nicht mitmacht, kooperiere ich dafür vielleicht mit einem stimmgeübten Theatermann.)

Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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2 Antworten zu 18. Jahrestag gestern NICHT gefeiert

  1. hubert der freundliche schreibt:

    Wollen sie mit dem lieb gegrüßten MdB Dr. Stefan Heck doch noch anbandeln? Als abgebrannter Mardorfer unterstützt er sie ja vielleicht um als guter Christ-Demokrat mal wieder die OP zu schmücken, dazu kann er dann noch eine Retourkutsche auf den langweiligen SPD-Pletti loslassen.

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    • Ra9 schreibt:

      Ich grüße, weil ich eben nettt bin!
      ich bin nicht so ein unfreundlicher Versicherungsfritzenklon wie die nachgemachten Anzugträgerparodien von der Partei Die PARTEI, die keinen grüßen und nicht mal dem Wahlleiter die Hand geben.

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