Warum Kritik an „verrückten Reichssekten“ selbst unseriös ist

Es gibt inzwischen ein Dutzend Deutsche-Fantasie-Reiche, deren selbsternannte Präsidenten oder auch gern mal „Könige“ das reale Deutschland nicht anerkennen wollen. Verboten beispielsweise wurde deren eigene „Polizei“, ein sogenanntes „Deutsches-Polizei-Hilfswerk“. Bei der „Scharia-Polizei“ nahm es der Staat dagegen nicht ganz so genau, bei der Parodie auf die Schariapolizei dagegen – der „Hoolizei“ – hyperventilierten gleich wieder Politik und Medien.

Natürlich ist die „Reichsszene“ genauso skurril wie die galaktischen Esoteriker, die behaupten in engem Kontakt mit der „Galaktischen Föderation“ zu stehen.
Aber die „Kritiker“, die ja bloß vor Verrückten und Scharlatanen „warnen“ wollen, argumentieren genauso mit Scheuklappen wie die Kritisierten.

Zum Beispiel die „Reichsdeppen-Rundschau„, die im verlinkten Artikel einem selbsternannten „Imperator Fiduziar“ vorwirft, Betupp mit einer von ihm gegründeten illegalen Versicherung zu betreiben, weil die im Schadenfall nicht zahle.
Ich habe dort mal in einem Kommentar angemerkt, daß die so seriösen und ehrenwerten Konzerne das doch oft genauso macht: „Bis der Kranke seinen Prozeß gegen die zahlungsunwillige Versicherung gewonnen hat, ist er tot.“
Da wurde mir von den „Warnern“ der Reichsdeppen-Rundschau geantwortet: „Wer tot ist, ist wenigstens nicht mehr krank. Ein Vorteil des Sterbens, der oft übersehen wird.“
Als wenn die AXA das nicht genauso sieht!
Die „Rundschau“ ist so auf „Reichsheinis“ fixiert, daß sie nicht erkennen will, daß die Vorwürfe gegenüber „normalen“ Versicherungen genauso erhoben werden könnten.

Also: im Artikel wurde doch einem Peter Fitzek vorgeworfen, daß dessen selbstgebastelte “Versicherung” nicht zahlt.
Das tut jede “normale” Versicherung auch meist nicht.
Damit ist der Vorwurf gegen den komischen König zur Behauptung herabgesunken, daß der es GENAUSO macht wie Versicherungskonzerne: die Opfer kriegen meist nix.
Gab es überhaupt bei Fitzeks leichtgläubigen Kunden schon mal einen “Versicherungsfall”?
Sind schon Leute gestorben, weil Fitzek nicht zahlte?
Wahrscheinlich nicht, sonst hätte es die Anti-Szene schon ausgeschlachtet.

Bei MIR und meiner Freundin ist aber zu erwarten, daß wir an den Folgen des Verhaltens der AXA nach dem Brandanschlag auf mich sterben werden, zumindest meine kranke Freundin, der ich als von der Versicherung Betrogener nicht helfen kann.
Komisch, DA versteht die Reichsdeppen-Rundschau garnicht, wo da der Zusammenhang zu ihrem Artikel sein soll. Dabei liegt es auf der Hand: Konzerne sind genauso wenig seriös wie eingebildete „Kaiser und Könige des neuen deutschen Reiches“.
Und das realexistierende Deutschland ist doch viel unglaublicher als es irgendwelche Fitzeks und Fiduziars je sein können. Fitzek ist es nämlich nicht, der meiner Freundin keinen Besuch in Deutschland erlaubt und stattdessen „IS-Kämpfer“ mit einem „Aussteigerprogramm“ „heim“ holen will, DAS ist der Justizminister Maas von der SPD.

Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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6 Antworten zu Warum Kritik an „verrückten Reichssekten“ selbst unseriös ist

  1. vitzli schreibt:

    ich habe auch einige leser aus dem kreis intergalaktischer reichskönige.

    mein erster gedanke war, hm, … also hm …. will ich das?

    mein zweiter war: wenn sich die normalen so wie der rückhole- & aussteigerprogramm-fanatiker für is-kopfabschneider oder der sogenannte „normale“ deutsche verhalten, möchte ich doch lieber die anderen, besonderen leser.

    das echte laufende verschwörungsprogramm erkennen die sogenannten normalen nämlich gar nicht. dazu braucht es offenbar die weitsicht der intergalaktischen reichskönige.

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  2. Hessenhenker schreibt:

    Um es mit Wolfgang Bosbach zu sagen:
    das Problem sind nicht die intergalaktischen Reichskönige,
    das Problem sind die Dorfhäuptlinge in Berlin.

    Außerdem gibt es immer eine Wahrheit hinter der Wahrheit,
    und noch eine andere Verschwörung hinter der einen Verschwörung.

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  3. vitzli schreibt:

    der mit dem bosbach war wieder gut! 😀 so richtig böse.

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  4. Hessenhenker schreibt:

    Ich finde ja auch, daß die CDU viel zu wenig in die Kirche geht.
    Kein Wunder, daß die Islamisten viel öfter . . .

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  5. Kommissar für Mäuserechte schreibt:

    Die Reichsdeppenrundschau und Sonnenstaatland sind alle vom Law and Order Schlag. Die warten lechzend nur darauf, daß ihnen jemand ein Todesurteil zum Vollstrecken überreicht für Ihre „Klientel“. Befremdlich, daß sich unter diesen Schreiberlingen etliche wähnen, die €€€ Bezüge der Gemeinschaft am Monatsende mit nach Hause nehmen für ihre Arbeit, um in Ihrer Freizeit und vermutlich auch dienestlich die besondere Klientel zu verspotten. Natürlich ist ein Königreich Deutschland mit einem Zopfträger und 10 Hanseln lächerlich, ein Herr Frühwald, Karnath, Clauss, Schittke ebenso, aber wenn ich meine Brötchen direkt von der Gemeinschaft bekomme dann habe ich meine Meinung da raus zu halten. Wer weiß, aber vielleicht lästert bald auch der Bundespräsident über Randgruppen der Gesellschaft.
    Merke: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Also laßt Uli H., Thomas M. und die anderen frei und sucht euch ne ehrliche Arbeit.

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  6. Hessenhenker schreibt:

    Moment Mal, Herr Kommissar!
    ICH habe mich ZUERST und als Einziger als Henker beworben, kenne mich also aus mit dem Vollstrecken von Todesurteilen (erst wieder erlaubt, wenn Hessen aus Deutschland ausgetreten ist).
    Der geizige hessische Justizminister hat mich nicht eingestellt. Um die €€€ zu sparen . . .

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