Was wäre wenn? Kein Brand 1997, kein Schröder?

Mein Haus samt den „kriegswichtigen“ Piccolo-Schätzen im hölzernen Tresor unter dem Dach ging 1997 verloren, rein zufällig wenige Tage bevor der damalige deutsche Comic-Krösus sie abholen konnte.
Der ganze Rest des Hauses war gegen das, was dieser Schrankinhalt für mich bedeutete, egal.

Indem man mir gegenüber verschwieg, daß der Brand nicht wie mir zunächst fälschlich mitgeteilt durch eine meiner eigenen Stromleitungen in der Wand ausgelöst worden war, konnte mich die AXA-Versicherung damit über den Tisch ziehen, und ich ging mittellos aus der Sache hervor. Als später offenbar wurde, durch Drohungen daß es wieder brennen werde, schließlich durch einen erneuten Brandstiftungsversuch, half mir das auch nicht weiter, es war zu spät.

Was hätte ich eigentlich mit dem Geld machen wollen, das ich durch den Verkauf der Piccolos bekommen hätte, wenn es NICHT gebrannt hätte?
Damit sollte die Rechtsvertretung und der Wahlkampf einer klitzekleinen wendischen Partei finanziert werden, um 1998 OHNE 5 % – Hürde in den Deutschen Bundestag zu kommen. Niemals zuvor hatte eine Minderheitenpartei das versucht.
Wenn damals klar gewesen wäre, diese Partei braucht die 5 % nicht für den Erfolg aufgrund der Regelung für Parteien nationaler Minderheiten im Wahlgesetz und im Parteiengesetz, dann wäre sie fast automatisch „drin“ gewesen.
2 bis 3 Mandate hätte es mit Sicherheit gegeben, alles hätte sich völlig verschoben im Ergebnis, vielleicht hätte diese Partei sogar populistisch die Stimmen der „Anderen“ einsammeln können und wäre dann von der Zahl der Mandatsträger genauso stark gewesen wie die FDP.
Aber selbst nur mit 3 Abgeordneten hätte sie das Zünglein an der Waage bedeutet.

Mit wem hätten wir eigentlich koaliert?
Natürlich mit Helmut Kohl, wem sonst? Etwa mit Kriegs-Fischer von den Grünen?
Einzige Bedingung wäre gewesen: wir halten uns aus einem möglichen „Militärschlag“ gegen Jugoslawien heraus, der dann unter Rot/Grün mit deutscher Beteiligung kam („Scharping-Lüge“ inbegriffen).
Als wendische Partei hätten wir das für den europäischen Nachbarn getan, zwei Weltkriege sollten genug gewesen sein.
Die sprach- und kulturpolitischen Wünsche, die der Landesverband in der Lausitz regional hatte, die hätten wir doch aus der Portokasse der Partei bezahlt, sobald wenig später die staatlichen Zuschüsse geflossen wären, die ja von der SPD bis zur NPD alle nicht zu knapp beziehen. Mir persönlich ging es um die Idee (hatte noch niemand zuvor versucht), und natürlich darum „umzusatteln“ vom Literaturfachmann zum Abgeordneten. Meinen Mitstreitern in der Lausitz ging es um wendische Kindergärten. Da hätten wir uns gut ergänzt . . .

Es kam aber anders, und 1998 hörte ich mir dann im Dunkeln (kein Strom nach dem Brand mehr im Haus) aus dem batteriebetriebenen Radio in meinem rußigen Ruinen-Haus die Warnungen wegen anfliegender Bomber an, die Radio Belgrad nachts sendete.

Und statt eines Friedenskanzlers Kohl gab es den Kriegskanzler Schröder . . .
Kein Wunder, daß der SPD-Mann Richter-Plettenberg den Brandanschlag von 1997 „LANGWEILIG“ nennt. Nur mit Schröder war es möglich, den Versicherungskonzernen die „Riesterrente“ zuzuschustern.

Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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7 Antworten zu Was wäre wenn? Kein Brand 1997, kein Schröder?

  1. Arschloch schreibt:

    Mein Gott.
    Vielleicht machen Sie als Nächstes die SPD auch noch für den Ausbruch des 2. Weltkriegs verantwortlich?

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  2. IP 66.249.68.227 schreibt:

    There is a lot here for me to work to understand but also – much information. But re: „blaming the SPD for Weltkriegs“ – that remark seems not humorous to me and misleads the point I believe? Even in the English Wikipedia is says about about Christian Wulff ~

    „After four years in opposition, the 1998 legislative assembly election brought another opportunity for Wulff to become Premier. Indeed, the federal Christian Democrat party, led by Chancellor Helmut Kohl, pinned their hopes on Wulff – a Wulff victory would have stopped the inevitable rise of Schröder to the Social Democrat nomination for Chancellor. However, supported by a wave of sympathy for his candidacy for chancellor in the 1998 federal election, Schröder was returned to power by an enhanced majority – leaving Wulff to serve five more years as provincial leader of the opposition.“

    That seems to mirror the ’speculative“ tone HH has here. Of course this is complex and I am a „foreigner“ so…I may easily misunderstand. However the post seems not a cause for flippancy. It seems to be a mediation on a chain of personal events, many of which have Chance or random aspects, and how those kinds of events can have multiplying effects that move outward exponentially. Sorry I can’t think of another word.

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  3. Hessenhenker schreibt:

    @ IP 66.249.68.227
    The @Arschloch (btw: don’t translate that very famous german name) seems to be angry. Little bit. LOL

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  4. Hessenhenker schreibt:

    @ IP 66.249.68.227
    And @Arschloch has a good idea: it IS possible to blame the SPD for the beginning of the World War II („seit 5 Uhr 45“). Maybe I write that next year. LOL

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  5. Fang den Hut schreibt:

    Was ist das denn für ein behinderter Link?
    Steht da wirklich „if Lee had NOT won Gettysburg?
    Geschichtsbuch lesen bildet.

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  6. Hessenhenker schreibt:

    @ Fang den Hut:
    Die Überschrift hat sich Winston Churchill für sein kleines Gedankenspiel ausgesucht.
    Beschweren Sie sich doch bei dem!
    Am Besten durch Harakiri, vielleicht sitzen Sie dann auf derselben Wolke oder im selben Höllenkochtopf, da können Sie ihn fragen was er sich dabei gedacht hat.

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