Die Geburt der Nazi-Pinguine

Irgendwann in den 90er-Jahren scherzte ich mit einem Freund im Marburger Comicladen. Wie das so ist, wenn ein Wort das andere gibt, feierte der Wahnsinn Wiederauferstehung.
Aus einem Grund den ich vergessen habe erwähnte er Miß Piggy. Dabei sah ich über seiner Schulter in der ganz rechten Ecke (sic!) des Comicregals  „Adolf – äch bin wieder da“ von Walter Moers stehen. Gleichzeitig erinnerte ich mich an eine Karikatur von Horst Haitzinger aus dem Falklandkrieg: hunderttausend Pinguine mit Gewehr und Bajonett marschieren am Strand auf, ein britischer Offizier sagt zum anderen: „Die haben gehört Miß Piggy braucht Hilfe und wollen sich freiwillig melden“. (Der Karikaturist Haitzinger spielte mit „Miß Piggy“ auf Margret Thatcher an).
Völlig logisch daß ich meinem Freund die Karikatur beschrieb und ihn spontan fragte, ob er davon gehört habe daß Hitler 1945 per UFO zum Südpol entschwebt sei, wo die Nazis dann Pinguine dressiert und gentechnisch arisiert hätten als neue Pinguin-Wehrmacht. Dort unten würden sie nun ihre Flugscheiben den lieben langen Tag blitzblank putzen und darauf warten, eines Tages Deutschland zurückzuerobern. Sobald die nächste Eiszeit komme, wegen der Nazi-Pinguine. (Bis auf die Flugscheiben – zufällig habe ich als Kind für die Zeitung des ScienceFictionClubDeutschland einmal einen Ingenieur interviewt, der daran mitgebaut hat – habe ich mir alles in diesem Moment ausgedacht und war selbst überrascht von dem was ich erzählt habe.)

Gut, mein Freund mußte gehen, im gleichen Moment kommt ein Vertreter zur Tür herein. Wollte mir irgendeine geniale neue Werbeidee verkaufen.
Abwehrend log ich ihm vor, leider lebte ich ja nicht im Deutschen REICH sondern bloß im Deutschen ARM und hätte deshalb für sowas kein Geld.
Das war sein Stichwort vom Vertretergeschwalle auf anbiederndes Privatgeschwalle umzuschalten und mir zu erzählen, ach ja, in der Antarktis warte ja die emigrierte Elite des Dritten Reiches darauf, mit ihren goldenen Reichsflugscheiben uns alle zu befreien und „die Welt zu reinigen“, sobald sich die Deutschen dem als würdig erweisen.
Und während er das im völligen Ernst berichtete, grinste mir über seine Schulter aus dem Comicregal vom Titelbild des Walter-Moers-Comics das Kleine Arschloch verschwörerisch zu.
Völlig klar, daß ich erstmal mißtrauisch rundgeblickt habe wo denn die „Versteckte Kamera“ ist. In so einem Moment erscheint es einem auch nicht völlig abwegig, der Verfassungsschutz könne den Laden abgehört haben und habe nun geheimdienstlich blitzschnell reagiert und mir binnen Sekunden einen Aushorcher geschickt, der mal testen solle ob an meinen scherzhaften Ausführungen von vorher irgendwas dran sei.
Ja, ich bin mir völlig sicher daß Comicläden überwacht werden. Wer oder was sonst?

Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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17 Antworten zu Die Geburt der Nazi-Pinguine

  1. vitzliputzlisresterampe schreibt:

    „Abwehrend log ich ihm vor, leider lebte ich ja nicht im Deutschen REICH sondern bloß im Deutschen ARM“

    henki, ich hab vielleicht ein schlichtes gestüt, aber das ist wieder genial! ich bin begeistert. man muss es geradezu weiterentwickeln: drittes reich: dritter arm! – die logische antithese: ein zombie… 😀

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    • Hessenhenker schreibt:

      Falls ich morgen Lust habe (kommt nicht so oft vor seit ich es als cool empfinde frigide zu sein) gibt es dann eine echte Nazi-Enthüllung. Da werden sogar die „Reichsbürger“ oder wie die heißen staunen.

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      • vitzliputzlisresterampe schreibt:

        henkersleak … !
        die nazithematik interessiert mich immer mehr. das ist weniger politisch als vielmehr pathologisch …. äh .. eher unlogisch … krank jedenfalls …

        dieser pirat da ….mit dem sirtakirassismus …. köstlich …. irre …..

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        • Hessenhenker schreibt:

          Der Pirat hat das nur verwechselt.
          Es gibt doch da dieses Tänzchen, das Adolf irgendwo in Frankreich vor seinem Sonderzug aufführt.
          Daher kommt der Spruch „Tanz den Hitler“. Gibts auch als Tanz den Mussolini oder Tanz den Helmut Kohl.

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  2. vitzliputzlisresterampe schreibt:

    ok, wäre ich dagobert, würde ich donald vermutlich auch überwachen lassen. man weiß ja nie, wie es entet.

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  3. vitzliputzlisresterampe schreibt:

    dem donald hab ich schon als kind alles zugetraut 😦

    er ist einfach zu leicht zu beeinflussen.

    ist das ein offizielles disney-video …? lol …

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  4. Frank Fester schreibt:

    Warum schreiben Sie nicht über die Mißgeburt der Nazi-Pinguine? Sind Sie ein Neo-Nazi?

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  5. geheim schreibt:

    Was ist denn ein Neo-Depp genau?

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  6. Hessenhenker schreibt:

    Und zack da isser schon: der sich selbst erfüllende Kommentar.

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  7. Hessenhenker schreibt:

    Aber nein, das macht doch bestimmt in wenigen Minuten der Umpfenwängler, Ihr stalkender Fan.

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    • Otto E. Umpfenwaengler schreibt:

      Leider kann ich meistens gegen 14.30 Uhr noch keine Kommentare abgeben. Für mich sind die besten Zeiten gegen 18 Uhr und dann ab halb elf abends. Meistens habe ich nämlich Abendtermine.

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  8. Otto E. Umpfenwaengler schreibt:

    Nein, nur wenn es neben Ihnen keinen anderen Kandidaten gäbe.

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  9. Otto E. Umpfenwängler schreibt:

    Gratulation, Herr Schlechtschwätzer!

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  10. Leser 123 schreibt:

    Genial, Hessenhenker. Mehr solche Texte bitte!

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