Menschenfresser haben auch Rechte – Teil 2

Nachdem bekannt geworden war, dass ein ehemaliger Bundeswehroberfeldwebel aus Osthessen einen Berliner (teilweise) gegessen hatte, mußte erst umständlich ein Paragraph gesucht werden, um ihn einbuchten zu können.
Scheinbar war es also gar nicht „so richtig“ verboten. Vorher.
Wenn das stimmt, hieße das „eigentlich“, daß hier jemand verurteilt wurde für etwas, das zum Tatzeitpunkt eigentlich * dem Gesetz nach noch keine Tat war.
Sondern nur ein kleines Versehen oder so.
Wenn der Mann gedacht hat (und als guter Soldat macht man IMMER haargenau das, was im Gesetz oder in der Vorschrift steht):
„nirgendwo steht dass das Essen eines Berliners verboten ist, dann muss es also erlaubt sein“, so ist er meinem unmassgeblichen Rechtsempfinden nach einem „Verbotsirrtum“ erlegen. (Bitte googeln!)
Bei nicht genug integrierten Menschen soll es in lediglich ganz ganz wenigen Einzelfällen gerüchteweise vorkommen können, dass ihnen nach irgendeiner Handlung ein „Verbotsirrtum“ strafmildernd oder strafbefreiend nicht zur Last gelegt wird, sondern zur Entlastung angerechnet wird. **
Das muss auch fuer Oberfeldwebel der Bundeswehr gelten, denn:
niemand ist wohl weniger in die Gesellschaft integriert als die ausgegrenzten Soldaten (siehe Antigelöbnisdemos usw.),
zumal Feldwebel nach einem in der Bundeswehr schon immer verbreiteten Vorurteil sowieso Menschenfresser sein sollen. Demnach hätte der arme dem Verbotsirrtum erlegene und immer noch nicht ganz integrierte ehemalige Soldat nichts weiter getan, als dem über ihn umlaufenden Vorurteil gehorsam Genüge zu tun.

Ich erwarte, dass der Bundespräsident den „Menschenfresser“ heute noch begnadigt, schliesslich werden andere Men Soldaten auch nicht eingesperrt, falls  sie durch Teilnahme an einem Angriffskrieg gegen das Grundgesetz (mutmaßlich also gegen die Verfassung) verstoßen.
Nicht zuletzt ist der Mann als Ex-Soldat mutmaßlich Deutscher, demnach also mutmaßlich sogar ein Teil Deutschlands. Soll ein Teil Deutschlands am Heiligen Abend etwa ausgegrenzt und kriminalisiert“ hinter Gittern sitzen?

Fußnoten:
* genauso „eigentlich“ wie es ja „eigentlich“ vom Grundgesetz verboten ist, dass Deutschland sich an Kriegen beteiligt, sofern es nicht selbst oder ein NATO-Partner vorher vom Kriegsgegner angegriffen worden ist. „Uneigentlich“ hatten wir aber bisher schon den Krieg gegen Serbien und eben erst den gegen Libyen.
** auch die ganz ganz lieben Leute die zum Hitlergeburtstag mein Haus angezuendet haben, wussten sicher nicht dass das verboten ist. Denn auch die Polizei sagt immer mal wieder zu mir: „Aber sowas macht doch keiner“. Oder: „Aber Sie müssen doch wissen wie Täter denken, Sie haben hoffentlich keinen provoziert?“.

Über Hessenhenker

Ich bin ein Künstler, wenn auch mit 1,78 m kein großer.
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18 Antworten zu Menschenfresser haben auch Rechte – Teil 2

  1. Muriel schreibt:

    Ich bin sowieso der Meinung, dass das Verspeisen von Menschen nicht verboten sein sollte.
    Aber davon ab: Meines Wissens war die Suche nicht besonders umständlich. Falls ich mich richtig erinnere, wurde er wegen Tötung auf Verlangens bestraft, und für die Störung der Totenruhe, oder wie der einschlägige Bullshittatbestand des respektlosen Umgangs mit Gegenständen gerade heißt. Oder?

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    • Hessenhenker schreibt:

      Aber Lebenslänglich wegen Störung der Totenruhe?
      Ausserdem stand damals in der Zeitung, das Opfer habe sogar selbst mitgegessen!

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      • Muriel schreibt:

        Aber Lebenslänglich wegen Störung der Totenruhe?

        Nee, dann habe ich mich geirrt. Dann muss das Gericht auf Mord oder Totschlag in besonders schwerem Fall entschieden haben. Kann ja sein, denn der Nachweis des Verlangens ist immer eine delikate Sache. Höhö.

        Ausserdem stand damals in der Zeitung, das Opfer habe sogar selbst mitgegessen!

        Dann reden wir wohl von unterschiedlichen Fällen. Bei dem, an den ich denke, war das Opfer zur Mahlzeit schon tot. Wenn ich da nicht schon wieder was durcheinanderbringe. Ist ja am Ende auch egal.

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  2. Hessenhenker schreibt:

    Waaaaaaaas, es gibt Leute die keine Zeitung lesen?
    Ja, wer sagt denen denn dann was gerade als herrschende Meinung gilt?
    Also sowas!

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  3. Anders Arendt schreibt:

    Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Worüber diskutieren wir denn hier? Nun habe ich endlich mal bei Wikipedia nachgeschaut, was ein Berliner überhaupt ist:

    Ein etwa faustgroßes Gebäck, das schwimmend in Fett ausgebacken wird und aus süßem Hefeteig mit einer Füllung aus Konfitüre besteht.

    Kann doch wohl nicht sein, dass jemand deshalb in den Knast gewandert ist. Da könnte man ja täglich Massenverhaftungen vornehmen und auf dem Wege die Todesstrafe auch wieder notwendig machen. Die Gefängnisse wären ja derart überfüllt.

    Ist es das, was Sie beabsichtigen, Hessenhenker?

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    • Hessenhenker schreibt:

      Man stelle sich vor, John F. Kennedy („Ich bin ein Berliner“) wäre nicht wie es sich gehört in Dallas erschossen worden, sondern ein deutscher Oberfeldwebel hätte ihn gefressen.
      Da wären die Amerikaner aber angefressen gewesen und hätten Deutschland in einen grossen Parkplatz für Außerirdische verwandelt.

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      • Anders Arendt, Bäckermeister a.D. schreibt:

        Amerikaner (eine feine Backware aus Mehl, Zucker, Ei, Fett, Milch oder Wasser. Als Triebmittel wird Ammoniumhydrogencarbonat oder Backpulver verwendet. Das Lockerungsmittel Ammoniumhydrogencarbonat gibt dem Gebäck sein typisches Aroma.) werden auch ständig aufgegessen, denen ergeht es nicht besser als Deutschen aus Berlin („Berliner“) und Hamburg („Hamburger“) und österreichischen Hauptstädtern („Wiener“)

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        • Hessenhenker schreibt:

          Fragen Sie mal den Metzgermeister aus Mardorf statt den Bäcker, denn: der Feldwebel a.D. hat ja nicht den ganzen Berliner gegessen, sondern nur mit diesem gemeinsam dessen gebratenen Penis probiert. Vielleicht auch frittiert, ich hab mich für das Rezept nicht interessiert.
          Könnte man doch im Rahmen der Richter-Plettenbergischen Femdenverkehrswerbung zu einem neuen hessischen Kultgericht machen, statt Doener.

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  4. Vitzliputzli´s Oma schreibt:

    wenn ich für jeden hamburger oder wiener, den ich gegessen habe, in den knast müste … weia.
    in einem freien land sollte jeder essen dürfen, was er will. vorausgesetzt das essen ist einverstanden. ich frage da immer ganz höflich vorher.

    btw weil der mann bundeswehrerfahrung hat: wäre es nicht nützlich, essdivisionen (zb division „zigeunerschnitzel“) aufzustellen, die die gegnerischen einheiten einfach aufessen?

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    • Hessenhenker schreibt:

      Der Herr Oberfeldwebel hat ja ganz vorschriftsmässig vorher gefragt.
      Der Gegessene war ja einverstanden und soll laut Zeitung sogar selbst ein Stück von sich selbst gegrillt verspeist haben.
      Der Mann war auch kein Zigeuner, sondern Informatiker oder sowas was es wie Sand am Meer gibt.
      Die Titanic schlug den Esser anschliessend zum Minister fuer Arbeit und Soziales vor („Schon wieder 10 Arbeitslose weniger“).

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  5. Frank Fester schreibt:

    Werter Herr Arendt,
    offensichtlich kandidieren Sie ja nun doch in Wetter! Deshalb hier mal einer Ihrer Konkurrenten:

    http://www.gemeinsam-fuer-wetter.de/cms/

    Herr Spanka braucht offensichtlich keine eigene Seite (Bürgermeister-Bonus), und die anderen Kandidaten sind Chancenlos (SIE ausgenommen!).

    Die derzeitige Sitzverteilung ist hier zu finden:
    http://www.wetter-hessen.de/w3a/cms/Politik/Buergermeisterwahl_2012/index.379945.html

    Packen Sie´s an, Herr Arendt! Neues Jahr, neue Aufgaben.

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